Die zweite Phase des Zementwerks Lebap im Bezirk Koytendag der turkmenischen Region Lebap wurde am 18. Oktober 2021 vom Ministerkabinett als schlüsselfertiges Projekt genehmigt.
Die neue Produktionslinie erhöht die jährliche Zementkapazität um 1.000.000 Tonnen und stellt einen strategischen Schritt in Turkmenistans industrieller Entwicklung und der Importsubstitutionspolitik dar.
Turkmen Enjam realisierte das Projekt in Zusammenarbeit mit der G5 Group AG und integrierte moderne, umweltverträgliche und vollautomatisierte Prozessanlagen führender europäischer Hersteller aus der Schweiz, Deutschland und anderen Ländern. Das Ministerium für Industrie und Baustoffe gab mit Beschluss Nr. 1676 vom 20. Februar 2020 den offiziellen Startschuss für das Projekt und legte damit den Rahmen für Planung, Bau und Inbetriebnahme fest.
Projektzweck und industrielle Rolle
Das Werk ist darauf ausgelegt, importierten Zement durch im Inland hergestellte Produkte zu ersetzen und so die Versorgungssicherheit und Preisstabilität im nationalen Bausektor zu erhöhen. Durch die Erweiterung des Exportpotenzials des Landes im Bereich Industriematerialien unterstützt das Werk die Entwicklung von Joint Ventures, Technologietransfer und einer breiteren industriellen Zusammenarbeit.
Technische und Produktionsparameter
Die neue Produktionslinie ist für eine Kapazität von 3.000 Tonnen Portlandzement pro Tag ausgelegt, was unter Standardbetriebsbedingungen einer Jahresproduktion von ca. 1.000.000 Tonnen entspricht. Das Werk produziert die Zementsorten PS 400, PS 500 und PS 600 gemäß
der Norm TDS 753-2015 und gewährleistet so die Einhaltung nationaler und internationaler Bauvorschriften.
Ein vollautomatisches Steuerungssystem überwacht alle Kernprozesse, um eine gleichbleibende Klinkerqualität zu gewährleisten, den Energieverbrauch zu optimieren und einen sicheren, kontinuierlichen Betrieb sicherzustellen.
Die Prozessautomatisierung unterstützt zudem die vorausschauende Wartung, reduziert Ausfallzeiten und liefert lückenlos nachvollziehbare Produktionsdaten über alle Phasen des Fertigungszyklus hinweg.
Standort, Marktabdeckung und Beschäftigung
Die Anlagen der Phase II befinden sich in unmittelbarer Nähe des bestehenden Zementwerks Lebap in Koytendag. Dies ermöglicht die gemeinsame Nutzung bestimmter Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen und gewährleistet eine effiziente Integration in bestehende Logistikwege. Die neue Produktionslinie kann den Inlandsbedarf an hochwertigem Zement für wichtige Tiefbau- und Infrastrukturprojekte vollständig decken.
Durch die Substitution von Importen durch lokale Produktion leistet das Werk einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der Importe in Turkmenistan und stellt gleichzeitig zusätzliche Exportmengen für benachbarte Märkte bereit.
Die neue Produktionslinie hat pro Schicht etwa 75 bis 80 Arbeitsplätze geschaffen, wodurch die regionale Beschäftigung gestärkt und die Kompetenzentwicklung in modernen Industriebetrieben gefördert wird.
Technologische Prozess- und Systemkonfiguration
Die Produktionslinie Phase II deckt die gesamte technologische Wertschöpfungskette der Zementherstellung ab, von der Rohstoffannahme bis zum Versand des Fertigprodukts.
Der Betrieb beginnt mit der Rohstofflagerung und der Vorzerkleinerung, ergänzt durch separate Lager- und Zerkleinerungsanlagen für Hilfsstoffe. Das zerkleinerte Material wird transportiert und homogenisiert, um eine gleichmäßige Rohmischung zu erzielen, bevor es in den Dosierbereich gelangt. Dort wird die Zufuhr für die Rohmahlanlage präzise dosiert.
Das gemahlene Rohmehl wird in Silos gelagert und konditioniert und anschließend über kontrollierte Ofenbeschickungsmechanismen dem Ofensystem zugeführt. Der thermische Bereich besteht aus einem mehrstufigen Vorwärmer und einer Entkarbonisierungsanlage, gefolgt von einem Drehrohrofen, der für hohe thermische Effizienz und stabile Klinkerbildung ausgelegt ist. Der heiße Klinker wird in einem modernen Klinkerkühler abgekühlt, der die Wärmerückgewinnung optimiert und die Produktqualität sichert.
Nach der Kühlung wird der Klinker zu den Lagereinrichtungen transportiert und anschließend zur Zementmahlanlage überführt, wo er mit geeigneten Additiven vermahlen wird, um die gewünschten Zementqualitäten zu erreichen. Der fertige Zement wird in Silos mit modernen Belüftungs- und Absaugsystemen gelagert und anschließend über automatisierte Verpackungs- und Verladeanlagen für Eisenbahnwaggons und Lkw versandt. Integrierte Staubabscheidungs- und Filtersysteme minimieren während des gesamten Prozesses die Emissionen, gewährleisten die Einhaltung von Umweltstandards und verbessern die Luftqualität am Arbeitsplatz.
Betriebsstatus
Der Bau der zweiten Phase begann 2021 und wurde im März 2024 abgeschlossen. Anschließend erfolgten die Inbetriebnahme und Leistungsprüfung gemäß den vertraglichen und behördlichen Vorgaben.
Das Werk ist derzeit voll betriebsbereit und ein wichtiger Bestandteil der turkmenischen Zementindustrie. Es liefert gleichbleibende Produktqualität, verbesserte Energieeffizienz und erhöhte Zuverlässigkeit für inländische und internationale Kunden.